Die Alexander-Technik

Eine Einführung

Was ist die Alexander-Technik?
Die Alexander-Technik ist eine körperorientierte Methode zur systematischen Entwicklung und Schulung der kinästhetischen Wahrnehmung. Sie integriert die mentalen und motorischen Anteile von Bewegung und Koordination. Dies führt zu einer neuromuskulären Neuorientierung in allen Bewegungsabläufen und zu einem natürlichen und harmonischen Selbst-Gebrauch.

Die Alexander-Technik ist keine Therapie, sondern ein pädagogisches Verfahren. Ziel ist, die kinästhetische Wahrnehmung und das sensomotorische Verständnis des Schülers soweit zu fördem, daß er eigenverantwortlich die Qualität seiner Reaktions- und Verhaltensweisen - seinen Selbst-Gebrauch also - wahrnehmen und entwickeln kann.

Wer war F. M. Alexander?
Frederik Matthias Alexander (geb. 1869 in Tasmanien, gest. 1955 in London) war Schauspieler und Rezitator. Seine Spezialität waren Soloabende mit Shakespear-Monologen. Doch immer wieder auftretende Probleme mit seiner Stimme drohten seine vielversprechende Karriere vorzeitig zu beenden. Da ärztlicher Rat und Behandlung keine langfristige Verbesserung brachten, begann er, sich selbst um die Lösung des Problems zu bemühen. Es gelang ihm, sich nach extensivem Selbststudium von seinen Stimmproblemen zu befreien und seine Bühnenkarriere erfolgreich fortzusetzen, bis er das Unterrichten seiner Technik endgültig in den Mittelpunkt seines Schaffens stellte.

Mit Hilfe von Spiegeln entwickelte er eine systematische Beobachtung seines Sprechens und Rezitierens. Diese Erfahrung führte ihn im Laufe der Zeit zu einem umfassenden Verständnis für die Zusammenhänge von Gewohnheiten, Eigenwahrnehmung (kinästhetischer Sinn), und Selbst- bzw. Reflexsteuerung des menschlichen Organismus (insbesondere des neuromuskulärem Bewegungsapparates). Es gelang ihm, seine auf empirischer Selbstbeobachtung beruhenden Erkenntnisse zu systematisieren und andere darin zu unterrichten.

Alexanders Beobachtungen
Alexanders Beobachtungen beziehen sich auf drei Ebenen:

(1) Funktionale Grundlagen von Bewegung und Koordination

(2) Eigenwahmehmung (Kinästhetik)

(3) Praktische Umsetzung der kinästhetischen und bewegungsfunktionalen Erkenntnisse

Diese drei Ebenen sind nicht streng von einander getrennt, sondern stehen in enger wechselseitiger Beziehung.

zu (1) Funktionnale Grundlagen von Bewegung und Koordination
Ausgangspunkt von Alexanders Untersuchungen waren seine Stimmprobleme. Mit Hilfe von Spiegeln begann er, sich beim normalen Sprechen sowie beim dramatischen Rezitieren zu beobachten. Dabei bemerkte er immer wieder auftretende Bewegungsmuster, die sich nur in Intensität - beim Sprechen weniger, beim Rezitieren mehr - voneinander unterschieden. Im Laufe der Zeit wurde ihm klar, daß diese Bewegungsmuster sich nicht nur auf seinen Stimmapparat und die damit zusammenhängende Muskulatur beschränkten, sondern seinen gesamten neuromuskulären Bewegungsapparat, vom Kopf über Hals, Rumpf, Arme, bis zu den Beinen und Füßen, in die Reaktion mit einbezogen. Auch waren diese Bewegungsmuster nicht nur auf das Sprechen oder Rezitieren beschränkt, sondern er musste feststellen, dass sie Bestandteil aller seiner Handlungen und Reaktionen waren.

Weiteres Experimentieren und Beobachten führten ihn zu der Erkenntnis, dass das Bewegungsverhältnis von Kopf zum Hals/Rumpf für die Organisation dieser neuromuskulären Ganzkörperreaktion von zentraler Bedeutung war, und den Ablauf und die Qualität aller weiteren Bewegungssequenzen beeinflusste und bestimmte. Die Organisation der Kopfbewegung im Verhältnis zum Hals/Rumpf war von primärer Bedeutung für die Ausführungsqualität aller weiteren Bewegungssequenzen in einer Handlung.

zu (2) Eigenwahmehmung (Kinästhetik)
Sobald er versuchte, die oben gewonnene Erkenntnis über die primäre Bedeutung der Kopfbewegung im Verhältnis zu Hals/Rumpf praktisch umzusetzen, und seine sensorischen Bewegungsempfindungen beim Sprechen und Rezitieren mit Hilfe von Spiegeln überprüfte, musste er feststellen, dass die Information, die ihm seine Eigenwahmehmung (kinästhetischer Sinn) über eine Bewegungssequenz vermittelte, mit der tatsächlich ablaufenden Motorik nicht immer übereinstimmte. D. h., er dachte, er würde sich auf eine bestimmte Weise bewegen (= gebrauchen), konnte aber im Spiegel sehen, dass die Bewegung tatsächlich anders ablief, als sein Gefühl ihm suggerierte. Seine kinästhetische Wahrnehmung war also nicht funktional gebunden, sondern geprägt durch die Anpassung an lebenslange Bewegungsgewohnheiten, deren Ausführung sich richtig anfühlte, auch wenn sie funktional nicht richtig war.

zu (3) Praktische Umsetzung der kinästhetischen und bewegungsfunktionalen Erkenntnisse
Alexander musste also den unter Punkt 1 erkannten Bewegungs- und Koordinationsprinzipien folgen, auch wenn ihr Beibehalten in einer Aktivität sich zunächst einmal 'falsch' anfühlte. Dies führte ihn zu der Erkenntnis, dass die Basis seiner Handlungen und Reaktionen (z.B.. Sprechen oder Rezitieren) nicht ein gewohnheitsbedingtes und resultatsorientiertes direktes 'Machen' sein durfte. Grundlage seines Handelns musste vielmehr der indirekte Prozess des Verlernens (inhibition) der alten, ungünstigen, und ein Zulassen bzw. Bewahren (direction) der günstigen Bewegungs- und Reaktionsmuster werden.

Bedeutung der Beobachtungen (wissenschaftliche Untersuchungen)
F.M. Alexanders Experimente und Studien stehen ganz am Anfang der westlichen Tradition von Körperarbeiten. Lange bevor Wilhelm Reich, und weitere nach ihm, die Bedeutung von körperorientierter Arbeit erkannten und in ihre Arbeit mit einbezogen, hatte Alexander seine Methode zur Verbesserung und Pflege des psycho-physischen Selbst-Gebrauchs entwickelt. Dabei nahm er die empirischen Beobachtungsmethoden, die später in der Ethologie zu wissenschaftlicher Anerkennung kommen sollten, prinzipiell vorweg. Der Ethologe Prof.. Nikolaas Tinbergen widmete der Alexander-Technik die Hälfte seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Medizin 1973. Er sagte: "Seine (Alexanders) Forschungen begannen etwa 50 Jahre vor der Wiederentdeckung der Ethologie, für die wir nun hier geehrt werden. Dabei war seine Arbeitsweise den modernen Beobachtungsmethoden sehr ähnlich, und wir sind davon überzeugt, dass seine Leistungen und die seiner Schüler grosse Beachtung verdienen." Und weiter: "Diese Geschichte von Scharfsinnigkeit, Intelligenz und Beharrlichkeit, gezeigt von einem Mann ohne medizinische Ausbildung, ist eine der wahren Heldentaten medizinischer Forschung und Praxis." [1]

Alexander gelang es, in seinen systematisch-empirischen Selbstbeobachtungen und Experimenten eines der grundlegenden Organisationsprinzipien menschlichen Verhaltens zu identifizieren: Der menschliche Organismus funktioniert nicht in Teilen, sondern immer nur als Ganzes. Für die Organisation und Ausführung von Bewegung und Koordination bedeutet dies, dass immer der gesamte neuro-muskuläre Bewegungsapparat aktiviert wird und niemals nur ein Teil. Diese ganzheitliche neuromuskuläre Aktivität wird primär durch das Bewegungsverhältnis zwischen Kopf, Hals und Rumpf beeinflusst und organisiert. In allen Handlungen ist die Bewegung des Kopfes primär zu den Bewegungen der einzelnen Körperteile, und die Bewegung der einzelnen Körperteile wird erst durch die richtige Koordination zwischen Kopf, Hals und Rumpf in das ganze System integriert.

Prof. Charles Sherrington, Nobelpreisträger für Medizin und einer der bedeutendsten Physiologen unserer Zeit schrieb: "Dadurch, dass er [Alexander] darauf bestand, jede Handlung als das ganze integrierte Individuum, den ganzen psycho-physischen Menschen betreffend anzusehen, hat Mr. Alexander für die Physiologie von Körperhaltung und Bewegung Grosses geleistet. Einen Schritt zu machen betrifft nicht nur den einen oder anderen Körperteil, sondern die gesamte neuromuskuläre Aktivität des Augenblicks - vor allem aber von Kopf und Hals." [2]

Prof. Rudolf Magnus von der Universität Utrecht, Holland, studierte Anfang der 20-er Jahre die Hals/Nacken Reflexe von Tieren. Seine Untersuchungen führten ihn zu dem Schluss: 'Der gesamte Mechanismus des Körpers reagiert dergestalt, dass der Kopf führt und der Körper folgt.'

Prof. George Coghill, amerikanischer Biologe und Zeitgenosse Alexanders, untersuchte die Bewegungsentwicklung bei primitiven Wirbeltieren. Seine Versuche ergaben, dass 'Bewegung kontrolliert und integriert wird durch das zentrale Verhaltensmuster von Kopf, Hals und Rumpf, welches dem Verhaltensmuster einzelner Glieder übergeordnet ist'.

Prof. Magnus als auch Prof. Coghill kamen in ihren jeweiligen Fachgebieten und mit ihren eigenen Methoden zu gleichen Ergebnissen. Alexander antizipierte diese in ihrer fundamentalen Bedeutung für den Menschen.

Aldous Huxley, Schriftsteller und Schüler Alexanders, schrieb: "Alexanders fundamentale Entdeckung war folgendes: Im Menschen, wie in allen Wirbeltieren, existiert eine Primärkoordination, die den richtigen Gebrauch des gesamten Organismus konditioniert...".

Dr. W. Barlow, englischer Arzt und Rheumatologe, war einer der ersten Schulmediziner, der von dem Wert der Alexander-Technik für die menschliche Gesundheit so überzeugt war, dass er sich in den 50-er Jahren zum Lehrer der Alexander-Technik ausbilden liess. In seiner Tätigkeit als Arzt an einem Londoner Krankenhaus konnte er die positiven Auswirkungen der Alexander-Technik auf Haltung und Gesundheit seiner Patienten beobachten und untersuchen. Er führte u.a. Studien durch, in denen er Patienten in standardisierten Positionen zu Anfang und nach Abschluss einer Serie von Unterrichtsstunden in Alexander-Technik photographierte. Unterstützt durch Röntgenaufnahmen und Messungen von Muskelaktivität (EMG) konnte Dr. Barlow in vielen Publikationen (vorwiegend in medizinischen Fachblättern) die weitreichende Effektivität der Alexander-Technik aufzeigen. [3] [4]

In 1949/50 führte Dr. Barlow eine Versuchsreihe am Royal College of Music in London durch. 50 Studenten erhielten jeweils ca. 37 Unterrichtseinheiten (Einzelunterricht von 30 min. Dauer) in der Alexander-Technik. Die ersten etwa 15 in täglichem Rythmus, den Rest 1 bis 2 mal wöchentlich, über einen Zeitraum von 2 bis 3 Monaten verteilt. Auch hier konnte er durch standardisierte Photographien, die am Anfang und am Ende der Versuchsreihe genommen wurden, beweisen, dass die Haltung und Koordination der Musikstudenten zum Teil erheblich verbessert wurde. Durch Befragung der sie unterrichtenden Professoren wurden diese Ergebnisse verifiziert und ergänzt:

  • Alle Studenten verbesserten die physische Seide ihrer gesanglichen und schauspielerischen Fähigkeiten.
  • Die Studenten konnten leichter unterrichtet werden und waren psychologisch ausgeglichener.
  • Der Zeitraum, der für das Erreichen von Verbesserungen nötig war, variierte von Student zu Student sehr.
  • Der Erfolg der Studenten in einem wichtigen Gesangswettbewerb war viel grösser als man erwarten konnte.
  • Ihrer Meinung nach bot die Alexander-Technik die beste Hilfe zur gesanglichen Aufführungspraxis die ihnen bekannt war, und sie sollte die Grundlage jeglicher Gesangsausbildung bilden. [5]

In Amerika führte Professor F. P. Jones, selbst Lehrer der Alexander-Technik, an der Tafts University, Massachusetts, mit Unterstützung des öffentlichen Gesundheitswesens vielfältige und weitreichende Experimente zur wissenschaftlichen Erforschung der Alexander-Technik durch. Unter anderem untersuchte er mit Hilfe stroboskopischer Serienphotographien und von Elektromyographie (EMG) die Bewegungssequenzen und Muskelaktivitäten des Schreck-Reflexes, der nicht nur bei plötzlichem Erschrecken ausgelöst wird, sondern auch physiologische Komponente stress-bedingter Reaktionen zu sein scheint. Er konnte beweisen, dass die Reflexreaktion, die den ganzen Körper einbezieht, ihren Ausgangspunkt immer in der Veränderung (Erhöhung) des Muskeltonus der Hals/Nakkenmuskulatur hat, wodurch die Bewegung des Kopfes zum Hals/Rumpf beeinflusst wird. Gelang es den Probanden, diesen Teil der Reflexaktivität bewusst wahrzunehmen und zu unterbinden (inhibieren), so unterblieb auch der Rest der Reflexreaktion. [6]

Prof. Jones arbeitete auch mit Musikern, Instrumentalisten und Sängern. Den subjektiven Erfahrungsbeschreibungen der Musiker (Cellisten, Pianisten und Sängern) von Leichtigkeit, grösserer Kontrolle, besserer Atmung und stimmlicher Resonanz (Sänger) konnte er mit Hilfe von Klangspektrogrammanalysen von Tonbandaufnahmen endsprechende objektive Kriterien zuordnen. [6]

Bedeutung der Alexander-Technik für Musiker
Im September 1990 veröffentlichte die renomierte Zeitschrift "Das Orchester" einen Untersuchungsbericht über "Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Orchestermusikern" in dem es hiess, dass 75 % aller befragten Orchestermusiker an orthopädischen Beschwerden leiden. [7]

Immer mehr Musikstudenten erfahren eine Verzögerung wenn nicht gar Unterbrechung ihres Musikstudiums auf Grund gesundheitlicher Probleme des Bewegungsapparates, oder treten auf ärztliches Anraten von Prüfungen zurück.

Wie kaum ein zweiter Beruf müssen Musiker in der Lage sein, unter Stress nicht nur mentale sondern auch motorische Höchstleistungen zu erbringen. Diese sind gekennzeichnet durch hochspezialisierte feinmotorische Anforderungen, die oft auch repetitiv sind. Zuständig für die Wahrnehmung von Bewegung ist der kinästhetische Sinn. Nach der Definition von Aristoteles haben die 5 Sinne Namen, die jedermann bekannt sind. Dies trifft jedoch nicht auf die Kinästhetik zu. Im "Handbook of Experimental Psychology" heisst es: 'Die Kinästhetik, zu deutsch auch Muskel- oder Bewegungssinn, ist wahrscheinlich die wesentlichste Empfindung, die der Mensch besitzt. Ohne die Kinästhetik könnte der Mensch keine aufrechte Haltung bewahren, geschweige denn selbstständig gehen, sprechen oder Geschicklichkeitsarbeiten ausführen. Jedoch ist von der Existenz der Kinästhetik in weiten Kreisen wenig bekannt, und für den Begriff besitzt der allgemeine Sprachgebrauch kein Äquivalent. [8]

Musikalität braucht zur Verwirklichung Bewegung. Die Fähigkeit des Musikstudenten bzw. Musikers, mit den Belastungen des Studiums und Berufs fertig zu werden und sein musikalisches Potential zu verwirklichen, ist in grossem Masse von der Qualität seiner Bewegungen und seines Koordinationsbewusstseins, des kinästhetischen Sinnes also, abhängig.

Der oben zitierte Untersuchungsbericht zeigte auch auf, dass 68% aller in Behandlung befindlichen Musiker die vom Arzt vorgeschlagene Therapie selten oder nie befolgen. Die geringe Bereitschaft zur Mitarbeit bei einer Therapie begründeten die Musiker selbst mit der "unzureichende(n) ärztliche(n) Betreuung, die die künstlerischberuflichen Anforderungen bei der Therapie der Erkrankungen nicht ausreichend" berücksichtigt. [9]

Traditionelle Entspannungstechniken bringen oft nur vorübergehende Linderung, da durch sie meist nur das Entspannen einzelner Muskeln in Ruhezuständen vermittelt wird.

Um den hohen feinmotorischen Anforderungen des Musizierens gerecht zu werden, bedarf es einer systematischen Schulung des kinästhetischer Sinnes und eines korrekten Bewusstseins für die Koordinationsprinzipien des Bewegungsapparates. Dadurch wird der Musikstudent/Musiker in die Lage versetzt, die Vielschichtigkeit und das Zusammenwirken seiner Bewegungssequenzen zuverlässig wahrzunehmen und zu steuern. Entspannung in Aktivität und ein hohes Mass an feinmotorischer Ausdrucksqualität sind die Folgen.

Anerkennung der Alexander-Technik
Im englischen Sprachraum hat die Alexander-Technik inzwischen weite Verbreitung und Anerkennung gefunden. Alle grossen Musik-Colleges in England bieten Alexander-Technik für ihre Studenten an. An der Guildhall School of Music and Drama, London, ist Alexander-Technik Pflichtfach für alle Opernsänger/innen.

Auch in Amerika nehmen mehr und mehr Musik-Colleges die Alexander-Technik in ihr Programm auf, so z.B. die Juilliard School, New York.

In Deutschland wird die Alexander-Technik seit etwa 10 Jahren unterrichtet. Zur Zeit bieten die Musikhochschulen in München, Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe ihren Studenten Unterricht in der Alexander-Technik an.

Arbeitsweise in der Alexander-Technik
Zentraler Punkt des Alexander-Technik Unterrichts ist die Vermittlung einer kinästhetischen Neuorientierung. Ausgangspunkt sind einfache Bewegungsabläufe wie z.B. aufstehen, hinsetzen, stehen, sitzen, gehen, liegen, die der Alexanderlehrer führt und erläutert. Dadurch werden alte, meist unbewusste Bewegungsgewohnheiten erfahrbar gemacht und ihre Auswirkungen auf die gesamte Bewegungssequenz verdeutlicht. Unter Beachtung der primären Kopf-Hals/Rumpfkoordination lernt der Schüler diese alten Haltungsgewohnheiten zu unterlassen (lnhibition), und günstige Bewegungsgewohnheiten aufzubauen (Direction).

Traditionell wird die Alexander-Technik im Einzelunterricht vermittelt. Doch hat sich auch die Arbeit in Kleingruppen als sehr effektiv erwiesen.

Literaturhinweise
[1] N. Tinbergen: 'Ethology and Stress Diseases', (1974); Science #1855; 20 - 7.
[2]C. S. Sherrington: 'The Endeavour of Jean Fernel', Cambridge University Press 1946.
[3]W. Barlow: 'Posture, Proprioception and the Alexander Technique', in: D. Garlick (Hrg.): 'Proprioception, Posture and Emotion', University of New South Wales 1982.
[4]W. Barlow: 'Anxiety and Muscle-Tension Pain'. The British Journal of Clinical Practice, 1959, Vol. 513, No. 5, S. 339 - 349.
[5]W. Barlow: 'Research at The Royal College of Music'; in: W. Barlow (Hrg.): 'More Talk of Alexander', Golancz, London 1978.
[6]F. P. Jones: 'Body Awareness in Action: A Study of the Alexander Technique', Schocken: New York 1979.
[7]K. Giersch: 'Die Alexander-Technik als Therapie', in: 'Das Orchester' 5/1991, S. 553 - 555.
[8]F. P. Jones: 'Die kinästhetische Wahrnehmung von Haltung und Bewegung', Karl F. Haug Verlag: Ulm 1964.
[9]K. Giersch:'Die Alexander-Technik als Therapie', in: 'Das Orchester' 5/1991, S. 553 - 555.

Über den Autor
Jan Pullmann, M.G.L.A.T.*, M.S.T.A.T.**
* Mitglied der Gesellschaft der Lehrer der F. M. Alexander-Technik, Deutschland.
** Member of the Society of Teachers of the F.M. Alexander Technique, England.
1976 - 78 Instrumentalstudium Jazz - Saxophon und Klavier - am 'Rheinischen Konservatorium, Köln'.
1978 - 81 Instrumentalstudium Klassik - Saxophon und Flöte - am 'Trinity College of Music, London'.
1981 - 87 Tätigkeit als freiberuflicher Musiker, Instrumentallehrer und Dirigent.
1984 - 87 Ausbildung zum Lehrer der Alexander-Technik in Aalborg, Dänemark. (S.T.A.T.-anerkannt).
1987 - Hauptberuflich Lehrer der F. M. Alexander-Technik in Hamburg. Gastlehrer am 'Alexander Technique Studio' in London. Diverse Lehraufträge u.a. an der 'Hochschule für Musik und Theater Hamburg' und dem Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Bremen.
1997 - Gründung der 'Schule für F. M. Alexander-Technik Hamburg' (G.L.A.T.-anerkannt).

Literatur zur Alexander-Technik
Alexander, F.M.: 'Der Gebrauch des Selbst', Kösel Verlag, München (1988).
Alexander, F.M.: 'Die Grundlagen der Alexander-Technik', Herausgegeben und zusammengestellt von E. Maisel, Arbor Verlag, Heidelberg 1985).
Barlow, W.: 'Die Alexander-Technik', Kösel Verlag, München (1983).
Brennan, R.: 'Alexander-Technik, Die Wiederentdeckung der natürlichen Körperhaltung', Autum, Braunschweig (1993).
Drake, J.: 'Alexander-Technik im Alltag', Kösel, München (1993).
Gelb, M.: 'Körperdynamik, Eine Einführung in die Alexander-Technik', Ullstein Verlag, Frankfurt/Main (1986).
Gray, M.: 'Die Alexander-Technik', Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach (1992).
Leibowitz, J. und Connington, B.: 'Die Alexander- Technik', Scherz, München (1991).
Stevens, C.: 'Alexander-Technik', Sphinx, Basel (1989).

Nationale Gesellschaften
Gesellschaft der Lehrer der F.M. Alexander-Technik e.V. (G.L.A.T.); Postfach 5312, D-79020 Freiburg, Tel.: 0761/38 33 57, E-Mail: kontakt@alexander-technik.info, www.alexander-technik.info
The Society of Teachers of the Alexander Technique (S.T.A.T.); E-Mail: enquiries@stat.org.uk, www.stat.org.uk

 

© 1994 by Jan Pullmann

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