Jan Pullmann
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»Integrativer Selbst-Gebrauch«
F. M. Alexander-Technik Hamburg
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Kreativer Selbst-Gebrauch
Eine Einführung in die F. M. Alexander-Technik

Dass Sie diesen Text jetzt lesen zeigt, wie erfolgreich Sie sich bewegen und koordinieren können!

Sie haben es bis zum Computer geschafft, ohne auf der Strecke zu bleiben. Sie sitzen oder stehen nun, ohne umzufallen. Dabei sind sie sogar noch in der Lage, die Maus zu führen und die Tastatur zu bedienen! Sollten Sie das alles als nichts Besonderes betrachten, empfehle ich Ihnen die Artikel von [ Oliver Sacks ] und [ David Garlick ] zu lesen!

Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und spüren mal Ihre Hand an der Maus. Wie viel Spannung ist da denn? Und im Ellbogen? Oder der Schulter? Wie ist denn die Gewichtsverteilung auf dem Stuhl? Und was machen die Beine, während Sie lesen? Sind sie angespannt? Vielleicht sogar unter den Stuhl gezogen oder um ein Stuhlbein geklemmt? Wie aufgerichtet sitzen Sie? Was macht ihre Atmung? Halten Sie vor lauter Konzentration den Atem an? Ist die Zunge vielleicht gegen den oberen Gaumen gepresst?

Sie merken schon, hinter dieser so 'erfolgreichen' Bewegung und Koordination eröffnet sich ein faszinierendes Feld an Wahrnehmungsmöglichkeiten. Dass ich mich 'erfolgreich' bewege, bedeutet nicht unbedingt, dass ich mich auch 'gut' bewege. Wie weit die Wahrnehmung unserer eigenen Koordination von Gewohnheiten beeinflusst wird, zeigt ein einfaches Beispiel:

Falten Sie einmal die Hände wie zum Gebet. Dabei zeigt sich, dass Sie die Finger der einen Hand über die Finger der anderen Hand legen, dass also z. B. der linke Daumen über dem rechten liegt, der linke Zeigefinger über dem rechten, usw. Nun öffnen Sie die Hände und falten sie so, dass die Finger der anderen Hand oben liegen, eingeschlossen des Daumens! Spüren Sie, wie merkwürdig und 'falsch' sich das anfühlt? Und wie gewohnt und 'richtig' sich die erste Art, die Hände zu falten anfühlt? Wenn unsere Eigenwahrnehmung funktional basiert wäre, müssten sich beide Arten die Hände zu falten, gleich anfühlen! Dass sie das nicht tun zeigt, wie sehr unsere Eigenwahrnehmung von Gewohnheiten geprägt ist, die sich 'richtig' anfühlen, dagegen alles andere erstmal 'falsch'.

Das Beispiel zeigt aber noch etwas. Sie mußten nicht erst darüber nachdenken, wie das denn geht: Hände falten. Sie haben einfach spontan reagiert und es auf die Ihnen gewohnte Weise gemacht. Genau so haben wir für die meisten alltäglichen Aktivitäten automatisch ablaufende Reaktionsmuster, also unsere Gewohnheiten zu stehen, gehen, sitzen, bücken, heben, werfen, uns drehen usw., bei denen wir über die Ausführung nicht mehr nachzudenken brauchen. Das hat zwar den Vorteil, dass unsere Aufmerksamkeit für andere Dinge frei ist, doch der Nachteil ist, dass wir oft automatisch reagieren und gar nicht mehr wahrnehmen, welche sensorisch-motorischen Mittel wir einsetzen, um 'erfolgreich' zu sein.

Mit anderen Worten: Wir merken nicht mehr, wie wir uns selbst gebrauchen.

Hier setzt die Alexander-Technik an. Ausgehend von einfachen, alltäglichen Bewegungen wie sitzen, stehen oder gehen, bietet sie eine systematische Schulung der Eigenwahrnehmung (Kinästhetischer Sinn). Dies geschieht über eine sanfte, taktile Führung durch den Lehrer. Dabei werden unsere (Bewegungs-) Gewohnheiten erfahrbar gemacht und neue Möglichkeiten des Selbst-Gebrauchs aufgezeigt. Dies eröffnet ein weites Feld an Entwicklunsmöglichkeiten, sich selbst kreativ zu gebrauchen: vom Alltäglichen bis hin zum Speziellen.

Siehe auch [ J. Pullmann: 'Alexander-Technik. Eine Einführung' ]
siehe auch [ Unterricht ]

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